Wer schon einmal große Feature Flags oder veraltete Codebestandteile in einer monorepo-Architektur bereinigen musste, weiß: Das ist kein Task für nebenbei. Es braucht eine klare Strategie, Automatisierung – und in Atlassians Fall: den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Rovo Dev.
In diesem Beitrag geben wir als Atlassian-Partner einen Einblick, wie Atlassian-Ingenieure mithilfe von AI-gesteuerten Workflows ein komplexes Refactoring-Projekt erfolgreich umgesetzt haben – inklusive Lessons Learned für alle, die Ähnliches planen.
Herausforderung: Bereinigung von Feature Flags im großen Stil
Im Zuge eines neuen Navigationssystems („Nav4“) hatten sich in Atlassians Frontend-Monorepo zahlreiche Feature Flags (FGs) und Mocks angesammelt – verteilt über mehr als 100 Pakete und 1.400 Dateien. Ziel: Sämtliche FGs und Mocks rückstandslos entfernen, ohne Qualitätseinbußen oder Risiken.
Die Herausforderung:
Heterogene Tools und Paketstrukturen
Unterschiedliche Syntaxvarianten
Technische Abhängigkeiten und Altlasten
Minimale Downtime, maximale Codequalität
Der Workflow: So wurde AI sinnvoll integriert
Die Atlassian-Teams setzten auf eine iterative, absichernde Vorgehensweise:
Zunächst wurden mit Discovery Prompts alle FG- und Mock-Vorkommen systematisch identifiziert.
Eine Memory-Datei lieferte der AI (Rovo Dev) den nötigen Kontext für gezielte Änderungen.
Auf Basis dieses Kontexts generierte Rovo Dev automatisierte Vorschläge zur Codebereinigung – von Bash-Skripten bis hin zu Pull Requests.
Die Änderungen wurden in kleinen Paketen getestet, verfeinert und schrittweise ausgerollt – inklusive menschlicher Code-Reviews.
Technische Bausteine: Rovo Dev, Prompts, Memory Files
Rovo Dev ist Atlassians AI-Agent, der sich durch folgende Fähigkeiten auszeichnet:
Multilinguale Codeverarbeitung (Bash, Python, API, Git)
Analyse von Fehlermeldungen und Vorschlag konkreter Fixes
Wiederverwendbare Transformationen auf Paketebene
Unterstützung bei parallelen Refactorings in mehreren DevBoxes
Die Kombination aus dauerhaftem AI-Kontext (Memory File) und präzisen Prompts machte es möglich, zuverlässig, effizient und ohne „AI-Halluzinationen“ zu arbeiten.
Was funktioniert hat – und was nicht
Was gut lief:
Systematisches Mapping von FG-Varianten mit Discovery-Prompts
Reproduzierbare Paket-basierte Transformationen
Iterativer Ausbau der Lösungsschritte („build simple → refine → scale“)
Parallelisierung durch DevBoxes & Rovo Dev
Was nicht funktioniert hat:
Ein rein „AI → Script → Auto-Cleanup“-Ansatz ohne menschliches Eingreifen führte zu fehlerhaften Änderungen. Erst durch gezielte Review- und Korrekturschleifen konnte die Codequalität gesichert werden.
Best Practices für sicheres, automatisiertes Refactoring
Iterativ vorgehen: Kleine Pakete, häufige CI-Runs, enges Feedback.
AI-Kontext präzise definieren: Memory Files als zentrale Wissensquelle.
Dead Code gezielt identifizieren: AI kann Zusammenhänge erkennen, die einfache Scripte nicht erfassen.
Safety first: Typprüfungen, Integrationstests und manuelle Reviews bleiben Pflicht.
Discovery First: Unklare Aufgaben zuerst in strukturierte Backlogs überführen.
Fazit: AI als Partner im Engineering-Prozess
Der größte Mehrwert von AI bei großflächigem Refactoring liegt nicht in der vollständigen Automatisierung – sondern in der intelligenten Assistenz:
Schnelleres Identifizieren von Altlasten
Höhere Konsistenz bei Codeänderungen
Deutlich reduzierte manuelle Aufwände
Verbesserte Wiederverwendbarkeit von Patterns
Atlassian hat gezeigt: Mit dem richtigen Setup wird AI zum verlässlichen Sparringspartner – auch bei anspruchsvollen Cleanups.
Have questions or need personal advice? Our expert is happy to help.
Book a call